Aus tausenden einzelnen Sicherheitsnadeln entstehen weiche Oberflächen, deren Spitzen sich zu einem Gefüge aus Nähe, Spannung und Halt verbinden. Was für sich allein scharf und abweisend erscheint, wird im Zusammenspiel zu einer tragenden Struktur. Jede Nadel hält eine andere, Verbindungen werden sichtbar und dennoch bleibt das Gesamtkonstrukt beweglich.
Es sind keine endgültigen Systeme, sondern temporäre Bündnisse, die sich lösen, neu ordnen und wieder schließen lassen. Ein Gefüge, das seine Stabilität nicht aus Geschlossenheit gewinnt, sondern aus der Möglichkeit, sich zu verändern. Die einzelnen Elemente bleiben eigenständig und werden doch Teil einer gemeinsamen Oberfläche.
Im wiederholten Verbinden, Lösen und Neuverknüpfen entsteht eine Struktur, die von Beziehungen erzählt: von Nähe und Distanz, von Verletzlichkeit und Halt, von der Möglichkeit, dass viele Einzelne gemeinsam etwas Weiches und Tragendes bilden.
Was an Flussufern angespült und in Wäldern abgeworfen gefunden werden will, legt sich auf den Tafelbildern zu neuen Kompositionen zusammen. Legungen, die die Besonderheit des Übersehenen orchestrieren und inszenieren, zur bewussten Betrachtung anhalten.
In den Sammel- und Suchbildern wird Zeit zum zentralen Thema. In ihrem Rhythmus wachsen Flora und Fauna, in ihrem Rhythmus vergehen sie; visualisiert durch Knochen, morsche Äste und abgeschliffene Konglomerate. Zeit braucht auch die Betrachtung, um Drähte von Ästen, Knochen von Halmen und rostige Metalle von Steinen zu unterscheiden; um in den Details der einzelnen Komponenten Ähnlichkeit und Schönheit zu entdecken. Eine Zeitintensität, die sich im Herstellungsprozess, im Suchen, Konservieren, Arrangieren und Befestigen widerspiegelt.